Ende Jänner 2007 besuchte eine dreiköpfige Abordnung des Ausfalls das Schloss Ambras bei Innsbruck.
Da im Sommer eine Serie von Auftritten anstand, bei denen ein maximilianisches Fußturnier nachgestellt wurde, organisierte die Veranstalterin dieser Auftritte einen Recherchebesuch im Schloss.
Erste Station war der Bürotrakt im Hochschloss. Dort hatte der Chefhistoriker des Schlosses einige Bücher zur Durchsicht für uns vorbereitet, die sich mit Turnieren, Turnierregeln jener Zeit und der verwendeten Ausrüstung beschäftigten.
Das Buch, das uns am meisten weiterbrachte, war der Nachdruck eines alten Buches aus der Zeit Kaiser Maximilians, in der Bilder von Turnieren zu Fuß und zu Pferde abgedruckt waren. Eingeladen auch Fotos zu machen, warteten wir nicht lange, und fotografierten alle uns relevant erscheinenden Abbildungen heraus.
Vor allem die eingesetzten Waffentypen weckten unser Interesse: bei den abgebildeten Turnieren wurden vom Dolch, über Kampfstäbe, bis hin zu den "klassischen" Schwertern und Streithämmern alle erdenklichen Arten von Waffen eingesetzt, wobei die Kontrahenten immer mit Vollplatten, vom Scheitel bis zur Sohle gerüstet waren. Für spezielle Waffen, gab es außerdem meist auch spezielle Ausrüstung, wie zum Beispiel besonders große, massive Helme für Kolbenturniere.
Die Waffen waren meist entschärft, in Einzelfällen wurden allerdings auch scharf geschliffene verwendet.
In den anderen Büchern fanden wir weitere Bilder, Ergebnislisten von Turnieren und Turnierregeln.
Nach den Literaturrecherchen besuchten wir noch die reguläre Waffen- und Rüstungsausstellung in der Rüstkammer, wo wir die Stech- und Fußkampfharnische betrachteten, und vor allem auf Details, wie zum Beispiel die Art wie die Helmzier befestigt wird, wie die Schnallen und Beriemungen der Rüstungen angebracht sind oder wie die Panzerhandschuhe aufgebaut sind, achteten.
Inspiriert von dem gesehenen entwickelten die Ritter Siebenbold, Helmbrecht, Ludwig und Gregor ihre Choreografie für das "Hoffest Kaiser Maximilian", das im Sommer 2007 vor dem Goldenen Dachl in Innsbruck stattfand.
Die Resonanz war sehr positiv, und wir glauben, mit dieser Darbietung unserem Grundgedanken, Kämpfe möglichst realistisch und schnörkellos zu präsentieren, die Treue erwiesen zu haben.
Verfasst von Martin von Truiwenburg der Eitle, Ritter des Ausfalls
November AD MMVII