Deus Vult: Ausfall!

Die Schlacht an der Drau

Vom 1. bis zum 4 Mai fand in der Nähe von Velden in Kärnten die von den Soldknechten organisierte "Schlacht an der Drau", ein internes Lager ohne Besucher, statt.

Das Ausfall-Kontigent, 3 (in Worten drei) Mann stark, konnte bei der Menge an kopfstark anwesenden Spätmittelalter-Gruppen nur als hochmittelalterlicher Spähtrupp durchgehen, aber was solls, auf der Bluatwiesn sind alle gleich, egal ob mit Kette oder Platte, Topfhelm oder Schaller.

Das Fest ging von Donnerstag bis Sonntag und war das gemütlichste, entspannendste und stressfreieste Lager, dass die Ritter Ludwig, Martin und Mattheus bis dato erlebt hatten..
Feuerholz, Stroh, Duschen (eiskalt) und ein Waffen- und Rüstungsschmied (dringend nötig, dafür hätte manch einer sicher auf die Duschen verzichtet) waren organisiert, der Ort, ein Pfadfinderlager, abgelegen genug, um Zaungäste zu verhindern.
Aufgrund des Nichtvorhandenseins von Zusehern und Besuchern war eine ganz andere Stimmung wie auf einem "normalen" Lager, der Autor (wie schön, das wollte ich immer schon einmal schreiben) konnte wesentlich leichter, wesentlich tiefer in eine andere Zeit eintauchen.
Abgesehen von etwas Regen am Anreisetag und den ziemlich frostigen Nächten war das Wetter wie bestellt, weder zu kalt noch zu heiß.

Wir als sehr junger Verein freuten uns besonders, dass wir viele andere v.a. Österreichische Vereine und Gruppen kennenlernen durften, auf diese Weise die "Freunde"-Rubrik auf unserer Homepage ausweiten, und neue Kontakte knüpfen konnten.

Das kämpferische Highlight der 4 Tage waren die Schlachten, die an Freitag und Samstag stattfanden: Am Freitag freie Feldschlachten mit 2 Parteien, jede 25 Kämpfer stark, bewaffnet mit Langwaffen (longe Stongen) und teilweise mit Kurzwaffen; am Samstag das selbe mit 4 Parteien, die jeweils unterschiedliche Aufgaben zu erfüllen hatten, was aber in der Regel immer recht schnell zu freudigem Gehaue wurde. Alle Teilnehmer verhielten sich vorbildlich und kontrolliert, abgesehen von (den obligatorischen) blauen Flecken passierte nichts.

Die Tage verbrachten wir mit Feldschlachten (s.o.), mit Kochen (mittags Weizengrütze, abends FLEISCH von Huhn, Schwein und Rind), gemütlichem Beisammensitzen, kleinern Handarbeiten (des Autors frischgebaute Truhe hatte auf der Hinfahrt ihre Beine verloren), Fachsimpeleien, dem Anstarren schöner Schmiedewaren und leichtem, ungerüstetem Schwertkampftraining, in dessem Rahmen Ritter Ludwig eine ihm zugeworfene Gemüsezwiebel im Flug mit seinem Schaukampfschwert zerteilte...

Die Abende bestanden aus Lagerfeuer-sitzen, singenden Bayern-lauschen, anderen Gruppen-lustige Beinamen geben und trunken-von-Lager-zu-Lager-ziehen, an dieser Stelle nochmals danke an alle, die uns Gastfreundschaft gewährten, außerdem ein Dankeschön an Bluot zi Bluoda für den Tisch und den Platz im Schatten!

Am Samstag abend rückten alle Gruppen in der Mitte der Lagerwiese mit ihren Bänken, Sesseln, Sitzgelegenheiten zusammen und saßen im weiten, je später es wurde immer enger werdenden Kreis, um ein riesiges Lagerfeuer beisammen.

Am Sonntag wurde abgebaut und danach abgehaut, natürlich nicht ohne Verabschiedungs-und Visitenkartentausch-Runde und Lederkauf (danke Dunkelstein). Die Rückreise gestaltete sich inklusive Burgerking-Besuch (für den ultimativen Kick aus der Mittalterstimmung heraus) unkompliziert und stressfrei, aber wehmütig.

Martin der Eitle
Mai AD MMVIII