Ein Jahr nachdem der Ausfall in Kaprun zum ersten Mal einen Mittelaltermarkt besucht hatte, kehrten wir vom 25.-27. Juli 2008 zurück an den Ort des Geschehens und schlugen abermals unsere Zelte dort auf.
Trotz zweier Anhänger und unzähliger Pkws gestaltete sich das Zusammenpacken und Verstauen der im letzten Jahr bedenklich mehr gewordenen Lagerausrüstung schwierig. Vor allem unser großes Zelt, das nach Kaprun auf immer eingemottet wurde, machte Probleme. Irgendwie schafften wir dann doch all unser Zeug, inklusive rohem Spanferkel im riesengroßen "Styroporsarg" und unserem neuen Banner nach Salzburg.
Nach dem Lageraufbau und einer ersten Runde über die Lagerwiese warfen wir uns in unsere Gewandungen um anschließend feierlich und unter lautem Geschrei (was wohl?...) unser Banner zu entrollen und zu hissen. Eine zünftige "Jausn" spendete Kraft für den Abend und die Nacht, die für einige von uns eine sehr kurze wurde, aus Gründen des Feierns, - oder ganz banal, weil sie als Lagerwache auf blieben und sich um Feuer und Banner kümmerten. An dieser Stelle ein großes Dankeschön an alle unsere schlaflosen Wächter!!!
Der Samstag begann mit dem traditionellen, ganz, ganz, kurzen Marsch zum Dorfplatz und wieder zurück. Bei diesem fragte sich der Autor dieser Zeilen immer wieder, ob jetzt das Banner ihm oder er dem Banner den Weg vorgab, den es zurückzulegen galt.
Nach der offiziellen Begrüßung durch die Veranstaltungschefin Mischa ging der ganz normale Lagerwahnsinn los: Mittelaltershopping ohne Grenzen (etliche Schuhe, Messer, Pfrieme, Schilde, Hüte, Lampen wechselten den Besitzer), Lagerrunden, Gespräche mit Zaungästen, eine kleine Feldschlacht (bei der Helmbrecht den Ausfall vertrat) und, das SPANFERKEL!
Das gute Stück musste 6 Stunden über einer höllisch heißen Glut gleichmäßig gedreht werden, egal ob die Sonne herunterbrannte oder ob es regnete (was eher der Fall war). Um unser wertvolles Schweinchen vor dem Regen zu schützen improvisierten wir ein Dach, unter dem es und die Glut, nicht aber der Spießdreher, Platz fanden.
Gegen 19 Uhr war alles bereit, das Spanferkel von Ausfall und die köstlichen Beilagen (Knödel, Karotten-Zwiebelgemüse, Zucchini und Brot) von Via Nostra. Das regnerische Wetter verhinderte leider eine gemeinsame Tafel unter freiem Himmel, so brachten wir Fleisch unters Sonnensegel (eher Regensegel…) von Via Nostra und erhielten im Gegenzug von ihnen Beilagen. Florian und Jakob von Huscarl.at halfen uns tatkräftig beim Verspeisen unseres köstlichen Abendessens.
Satt und zufrieden ließen wir den Abend gemütlich an unserer Tafel ausklingen, wobei wir immer bang im Hinterkopf hatten, ob das Wetter am nächsten Tag wohl aufklaren würde.
Am nächsten Morgen folgte, mit strahlendem Sonnenschein, wieder der Umzug. Wie letztes Jahr auch hatten viele der Mitmarschierenden aus der Hitze des Vortages gelernt, und die Zahl der Gerüsteten hatte sich drastisch reduziert.
Danach machten wir uns daran, unser Restlessen zuzubereiten: Spanferkel-Gröstl, Weizengrütze, ein Kessel voll Salat und Grillfleisch. Zaungäste und andere Lagergruppen (die meisten hatten aber eh selbst gekocht) wurden kurzerhand zum Essen eingeladen, da die ganzen Leckereien schlichtweg zu viel für Via Nostra und uns waren.
Nach der relativ zeitintensiven Abschlussfeier im Burghof, inklusive eines Konzertes, einer Benefizversteigerung von Torxes und der Vorstellung sämtlicher Lagergruppen, machten wir uns an den Abbau und schafften es gerade rechtzeitig, bevor es zu tröpfeln begann.
Zufrieden, aber müde machten wir uns an den Heimweg nach Innsbruck, verstauten unser Equipment im Lager und fielen ins Bett.
Martin der Eitle
Juli AD MMVIII