Maria im Ährenkleid. Wie wir ein spätmittelalterliches Andachtsbild als Holzschnitt nachbauen

Seit einiger Zeit beschäftigt sich Marina bei uns im Verein mit dem Holzschnitt des 15. Jahrhunderts. Nach viel Recherche und den ersten Versuchen mit Spielkarten hat sie sich an ein besonderes Motiv gewagt: die Maria im Ährenkleid, ein Andachtsbild, wie es um 1490 in vielen Haushalten gehangen haben könnte. Der Druckstock ist fertig, der erste Abzug ist gemacht, und sie ist ehrlich gesagt ziemlich stolz auf das Ergebnis. In diesem Beitrag zeigen wir, wie sie dabei vorgegangen ist, was gut lief und wo sie bewusst zu modernen Hilfsmitteln gegriffen hat.

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Kolorierter Einblattholzschnitt der Krönung Mariae aus dem 15. Jahrhundert

Was ist ein Einblattholzschnitt? Das erste gedruckte Andachtsbild für zu Hause

Ein Einblattholzschnitt ist ein einzelnes, meist nur einseitig bedrucktes Blatt Papier, das mit einem geschnittenen Holzstock hergestellt wurde. Diese Blätter entstanden im deutschen Sprachraum ab etwa 1420 und dienten überwiegend als religiöse Andachtsbilder für den privaten Gebrauch. Sie zählen zu den frühesten Werken der europäischen Druckgraphik und sind älter als Gutenbergs Buchdruck mit beweglichen Lettern.

Mit diesem Beitrag setzen wir unsere Reihe zum Handwerk Holzschnitt im Mittelalter fort. Los geht es mit der Grundfrage, die an unserem Schautisch fast immer als erste kommt: Was ist das eigentlich, und ist das schon Buchdruck?

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Holzschnitt-Spielkarten des Basler Karnöffelspiels um 1530, Rekonstruktion nach den Willisauer Karten

Spielkarten aus dem Holzschnitt. Wie das gedruckte Kartenspiel entstand

Spielkarten gehören zu den ersten Dingen, die in Europa je im Holzschnitt gedruckt wurden. Im 15. Jahrhundert entstanden Andachtsbild und Spielkarte mit demselben Werkzeug, von derselben Hand und im selben Verfahren. Erst der Holzschnitt machte aus der teuren, handgemalten Karte ein erschwingliches Massenprodukt für breite Schichten.

Wer an unserem Holzschnitt-Schautisch einen frisch gedruckten Heiligen sieht, ist oft überrascht, wenn direkt daneben eine Spielkarte liegt. Heilig und profan aus derselben Werkstatt. Genau so war es aber. In diesem Beitrag geht es um die Technik dahinter, den Holzschnitt, und darum, warum gerade er das Kartenspiel für breite Schichten überhaupt erst möglich machte.

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Handbemalte Pavese mit Haller Stadtwappen – zwei goldene Löwen mit Salzfass, Ei-Tempera auf Kreidegrund, gefertigt von Wappenwerk. Im Hintergrund ein Holzschrank.

Hinter Holz und Leinwand – die Pavese, Schutzschild der Armbrustschützen

Es gibt Geschenke, die man kauft. Und dann gibt es Geschenke, die man in Auftrag gibt, weil das Thema es verlangt.

Zum 50. Geburtstag unseres Vereinsobmanns Gregor haben wir uns für Letzteres entschieden — und eine Pavese in historischem Stil bei Lena Seeger von Wappenwerk fertigen lassen. Mit dem Haller Stadtwappen, von Hand bemalt, so wie es im 15. Jahrhundert gemacht wurde.

Was genau eine Pavese ist und warum ein Schild mit Haller Wappen mehr Lokalgeschichte trägt, als man auf den ersten Blick meint — darum geht es in diesem Post.

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Stahl, Feuer und 200 Jahre Tradition – Gregor zu Gast bei der Schmiede Schmidberger

Schwert schmieden bei der Schmiede Schmidberger – ein Tagesworkshop in Molln

Stahl, Feuer und 200 Jahre Tradition – Gregor zu Gast bei der Schmiede Schmidberger

Im März hat unser Vereinsobmann Gregor einen Tagesworkshop zum Schwert Schmieden besucht. Nicht irgendwo, sondern bei der Schmiede Schmidberger in Molln, Oberösterreich. Er kam zurück mit Rußflecken, Muskelkater und einem breiten Grinsen.

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Hier ist viel authentisch drin.

Die Sache mit dem „A“ – was ist eigentlich „authentisch“?

Die Saison ist wieder im Gange, mittlerweile haben wieder die ersten Mittelaltermärkte geöffnet, die hart gesottenen unter uns schlagen ihre Lager auf. Wer schon etwas tiefer in die Szene einblickt, wird im Internet, als auch bei metgetränkten Dialogen zu Mitternacht früher oder später auf die „A“-Diskussion stoßen: Wie authentisch bin ich, wie authentisch ein Fest und was darf sich Mittelalter schimpfen?Weiterlesen

Tag der offenen Rathaustür in Hall in Tirol – Ein Rückblick

Jedes Jahr im März öffnete das Haller Rathaus seine Türen – für neugierige Bürgerinnen und Bürger, und ganz besonders für Volksschulklassen, die Geschichte hautnah erleben durften. Heuer findet die Veranstaltung leider nicht statt. Wir vom Mittelalterverein Ausfall durften in den vergangenen Jahren Teil dieser Veranstaltung sein – und das war jedes Mal etwas Besonderes. Grund genug, kurz zurückzublicken.

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Historische Tänze lernen: Video-Tutorials für Grundschritte

Manchmal hören wir: „Historische Tänze sehen schön aus – aber das ist bestimmt schwierig…“
Ganz ehrlich: Vieles besteht einfach aus ein paar klaren Grundschritten. Wenn man sie einmal verstanden hat, fühlt sich plötzlich vieles vertraut an.

Darum haben wir hier ein paar YouTube-Videos gesammelt, die wir selbst hilfreich finden. Sie zeigen die wichtigsten Grundschritte historischer Tänze – ruhig erklärt, gut nachvollziehbar. Vielleicht hast du Lust, sie in Ruhe zu Hause auszuprobieren … und später bei uns in Tirol mitzutanzen.

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Mittelalterliche Stickerei – Vorlagen und Muster aus historischen Quellen

Wer sich mit mittelalterlicher Stickerei beschäftigt, steht früher oder später vor derselben Frage: Welche Muster sind tatsächlich belegt und wo findet man brauchbare Vorlagen?

Moderne Stickbücher und Online-Sammlungen greifen häufig auf freie Fantasie oder stark vereinfachte Motive zurück. Für eine historisch orientierte Darstellung – etwa im Reenactment oder in der musealen Vermittlung – lohnt sich der Blick auf erhaltene Originale und zeitgenössische Abbildungen.

Dieser Beitrag sammelt nachvollziehbare Quellen und typische Musterformen, die sich für eine Rekonstruktion mittelalterlicher Stickerei eignen und ich gerne für meine historische Darstellung heranziehe (Marina).

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Schleierformen im späten 14. Jahrhundert in Tirol

Beim Beschäftigen mit mittelalterlichen Kopfbedeckungen, insbesondere des späten 14. Jahrhunderts, stolpert man relativ schnell über eine scheinbar klare Einteilung: einfacher Schleier hier, Kruseler dort. In der Praxis – beim genauen Hinsehen in Bildquellen – wird diese Trennung jedoch unscharf. Der folgende Beitrag ist aus genau dieser Beobachtung entstanden. Er basiert auf der Auswertung ausgewählter Bildquellen und versucht, Schleierformen des späten 14. Jahrhunderts nicht als starre Kategorien, sondern als Teil einer sich entwickelnden Mode zu verstehen.

Titelbild: 1370-1372, Heimsuchung Mariens, Altar von Schloss Tirol, Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum, Innsbruck; Bild: (c) Imareal Institut für mittelalterliche Realienkunde

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